Konzertsaison 2011/2012
>> D A S L A N G E J A H R H U N D E R T <<
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freunde des Neuen Kammerorchesters Potsdam,
begrenzt von den beiden Wendepunkten Französische Revolution und 1. Weltkrieg ist die Epoche des
"langen 19. Jahrhunderts" etwa 25 Jahre länger als es einem Jahrhundert nominell zukommt. Manche
Historiker sehen in dieser Epoche den eigentlichen Beginn der Neuzeit, nehmen doch nun erst die
Ideen der Aufklärung politische und gesellschaftliche Gestalt an. Säkularisierung, Demokratisierung
und Rationalisierung gepaart mit nationaler, politischer und kultureller Emanzipation brechen damit
in althergekommene soziale Hierarchien und patriarchale Denkstrukturen ein.
Wir laden Sie ein, mit uns das "lange 19. Jahrhundert" musikalisch zu erkunden. Zwar noch fest
in der Wiener Klassik verwurzelt, ist bereits in Mozarts Zauberflöte die Romantik zu ahnen.
Verdrängt die Klassik zunächst die üppige Polyphonie und geistliche Orientierung des Barock, so
lassen sich die Komponisten der Romantik zunehmend von den Großen der Musikgeschichte inspirieren -
Bach, Schütz, Palestrina ... Gegen Ende des Jahrhunderts werden die Grenzen der Tonalität ausgelotet
und schließlich überschritten - musikalischen gesehen der Übergang in das "kurze 20. Jahrhundert".
Die Orchesterreihe erstreckt sich von den Vätern der Romantik Ludwig van Beethoven und Franz
Schubert über die Experssivität des Fin de siècle von Gustav Mahler bis zur Spätromantik des
frühen Arnold Schönberg und des späten Erich Wolfgang Korngold. Einen gemeinsamen Nenner besitzen
alle Komponisten der Orchestersaison 2011/2012 in ihrer engen Beziehung zu Wien, der Kaiser- und
Musikmetropole des 19. Jahrhunderts.
Wir danken allen Institutionen und Personen, die das Neue Kammerorchester Potsdam in vielfältiger
Form unterstützen und hoffen auf Ihr Interesse an unserem musikalischen Programm der Saison
2011/2012.
Sie sind herzlich eingeladen,
Ihre
Ud Joffe
Christian Seidel
Künstlerischer Leiter
Vorsitzender des Trägervereins